Cybergrooming und Sextortion: Fallzahlen steigen in der Schweiz
Kinderschutz Schweiz und die Kantonspolizei St. Gallen berichten von mehr Fällen sexueller Gewalt im Netz. Vor allem das Thema Aufklärung rückt in den Fokus.
Die Kantonspolizei St. Gallen und Kinderschutz Schweiz berichten laut Blick von steigenden Zahlen bei sexueller Gewalt im Netz. Anlass ist auch eine Warnung der deutschen Missbrauchsbeauftragten, über die die Tagesschau berichtet hat.
Was gemeldet wird
- Die Kantonspolizei St. Gallen verzeichnet nach eigenen Angaben Fälle von Cybergrooming, von sexualisierten Darstellungen mithilfe von KI und von Sextortion.
- Cybergrooming bedeutet, dass Erwachsene Minderjährige online gezielt zu sexuellen Handlungen drängen.
- Kinderschutz Schweiz sagt, dass die Zahl der Meldungen bereits Mitte Oktober 2026 über dem Stand des ganzen Vorjahres liege.
- Die meisten Meldungen auf der Plattform Clickandstop betreffen laut Direktorin Regula Bernhard-Hug pädokriminelle Inhalte. Die Opfer in diesem Material würden immer jünger.
Warum das Kinder betrifft
Nach Einschätzung von Kinderschutz Schweiz ist nicht der Zugang zum Netz an sich das Problem, sondern die unkontrollierte Nutzung. Digitale Zugänge seien allgegenwärtig, und technische Entwicklungen machten es einfacher, schnell Kontakt zu einem Kind aufzunehmen und Informationen über das Kind zu finden.
Die Ermittlungen sind schwierig. Die Kantonspolizei erklärt, dass die Herausforderungen bei der Datenerhebung gross seien: Ob Daten von in- und ausländischen Anbietern erlangt werden können, hänge oft von deren Bereitschaft zur Mitwirkung ab. Auch beim Datenaustausch innerhalb der Schweiz fehlten bisher die Rechtsgrundlagen.
Für Deutschland nennt der Bericht, dass jeder vierte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren Gewalt im Netz erlebt habe.
Kinderschutz Schweiz richtet sich auch an die Entwickler von Apps und Diensten. Schutz, Sicherheit und Privatsphäre Minderjähriger sollten von Anfang an mitgedacht und standardmässig eingestellt sein. Bisher sei dieser Ansatz leider zweitrangig.
Als besten Zeitpunkt, um altersgerecht über Gefahren im Netz zu sprechen, nennt die Organisation den Moment des ersten Handys. Dabei seien neben den Eltern auch die Schulen gefragt.
Was Eltern tun können
- Sprechen Sie schon beim ersten Handy altersgerecht über Gefahren im Netz, zum Beispiel darüber, dass Fremde sich verstellen können.
- Nutzen Sie die technischen Schutzeinstellungen der Geräte und Apps und vereinbaren Sie feste Online- und Offlinezeiten.
- Sagen Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit melden darf, wenn ihm etwas komisch vorkommt, ohne Ärger zu bekommen. Inhalte lassen sich über die Plattform Clickandstop melden.
Wie QuietWeb helfen kann
QuietWeb öffnet nur Websites, die Eltern gespeichert haben, kann aber Chats oder Apps nicht filtern.